Ein Tag in Schaffhausen – Auf den Munot, ins Kloster und in den Rheinfall

Der Kanton Schaffhausen ist fast vollständig von Deutschland umschlossen. Genau das macht den Schweizer Kanton zur perfekten Destination für einen Wochenend- oder Tagestrip in die Schweiz. Trotz seiner eher geringen Größe hat der Kanton so einiges zu bieten. Die Region am Hochrhein begeistert nicht nur mit dem Rheinfall, dem größten Wasserfall Europas, sondern auch mit einer attraktiven, farbenfrohen Altstadt, historischen Festungen und idyllischer Landschaft. Ob Stadtbummel, Apéro auf einer Festung oder eine spannende Rundfahrt auf dem Rhein – in Schaffhausen wird ein verlängertes Wochenende sehr kurzweilig.
Der Munot – Das historische Wahrzeichen Schaffhausens
25 Jahre, von 1564 bis 1589, soll der Bau des Befestigungswerks auf dem Emmersberg gedauert haben. Nach dem Beitritt Schaffhausens zur Eidgenossenschaft im Jahr 1501 kam in der Bevölkerung der Wunsch auf, die Stadtbefestigung auszuweiten. Nach jahrzehntelanger Planung wurde im Jahr 1563 der Bau der neuen Artelleriefestung beschlossen, doch der Bau mit Caponnièren, Kasematte mit Lichtschächten und Geschütznischen mit Rauchabzügen entsprachen weniger den damals modernen Wehrkonstruktionen. Die eher veralteten Techniken lassen darauf schließen, dass die Schaffhauser Befestigungsanlage auch eine repräsentative Funktion haben sollte. So bilden heute der Munot und seine Weinhänge die berühmte Kulisse für die historische Altstadt Schaffhausens mit ihrer über tausendjährigen Geschichte.
Von feindlichem Militär besetzt wurde der Munot nur einmal und das nur mäßig erfolgreich. Auf ihrem Rückzug vor den Österreichern verschanzten sich dort die Franzosen 1799, doch schon nach kurzer Zeit ergriffen Sie wieder die Flucht aus dem wenig verteidigungsfähigen Bauwerk. Über Jahre hinweg verlor der Munot nicht nur an Bedeutung, sondern auch stetig sein Ansehen, doch das historische Gebäude hatte in Johann Jakob Beck einen Retter, ohne den die Befestigungsanlage wohl kaum ihren heutigen neuen Glanz hätte.
Heute gilt die Zirkularfestung mit Blick auf die Altstadt und Rhein als das Wahrzeichen Schaffhausens und ist öffentlich zugänglich. Die «höchste Bar von Schaffhausen», «D'Zinne», versorgt die Besucher mit Hausgemachten Limonaden, Cocktails, Apéro, Eis, Schaffhauser Bier und natürlich Wein von den Hängen des Munot.

Ebenfalls einen Besuch wert ist der Rosengarten direkt neben der Festung Munot. Auf 2000 qm präsentiert der Rosengarten seit 1981 über 1700 Rosenarten. Angelegt wurde der Garten in Anlehnung an die Gärten der französischen Renaissance von der Gesellschaft der Schweizerischen Rosenfreunde.
Bei einer der zahlreichen öffentlichen Führungen durch Schaffhausen lassen sich allerlei spannende Dinge über den Munot und die Schaffhauser Altstadt, ihre 171 Erker und kunstvoll bemalten Häuser entdecken. Von einfachen Führungen durch die Altstadt mit und ohne Munot bis hin zu Foodtrails quer durch die verwinkelten Schaffhauser Gassen bietet sich hier eine erstaunliche Bandbreite, die für jeden die richtigen Aspekte bereit hält.



Das Klostermuseum «Allerheiligen»
Ebenfalls im Herzen der Schaffhauser Altstadt ziert das Kloster Allerheiligen mit der Klosterkirche und dem Münsterturm die romantische Kulisse. Das ehemalige Benediktinerkloster aus dem 11. Jahrhundert beherbergt heute ein Museum mit Fokus auf regionale und nationale Künstler vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwartskunst. Bekannt ist das Museum jedoch für die Sammlung «Ebnöther», eine der bedeutendsten Antikensammlungen Europas. Mit interaktiven Präsentationen und neuen Medien schafft das Museum ein nahbares, aufregendes Erleben von Kunst, Geschichte und Archäologie aus der Region.
Im alten Klostergarten befindet sich noch heute ein Kräutergarten, wenngleich sich der Fokus doch geändert hat. Was früher ein aktiv zum Sammeln genutzter Kräutergarten war, ist heute ein reiner Schaugarten. Neben den klassischen Klosterpflanzen werden auch Heilpflanzen, volksbotanisch bedeutende und biblische Pflanzen zur Schau gestellt.
Auch das Museumscafé zeigt sich als attraktiver Erholungsort. Das Café ist auch ohne Museumseintritt zugänglich und bietet Besuchern neben der ruhigen Atmosphäre am Kloster Allerheiligen Heiß- oder Kaltgetränke, süße Kuchen, herzhaftes Fingerfood und regionalen Wein.

Abkühlung am größten Wasserfall Europas
Beim Thema Schaffhausen kommt man nicht umher, auch den Rheinfall zu erwähnen; schließlich ist er der größte Wasserfall Europas. Seit 15.000 Jahren bietet der Rheinfall mit seiner beeindruckenden Breite von 150 m und einer Höhe von 23 m eine wahrlich imposante Kulisse. Im Sommer stürzen hier bis zu 600.000 Liter Wasser pro Sekunde gewaltig dröhnend, brausend und schäumend die Felsen hinunter und verteilen feinen Sprühnebel in der Luft.
Den Rheinfall vom Rheinufer aus zu betrachten ist schön. Noch schöner ist es, ihn mit (fast) allen Sinnen zu erleben. Von kurzen Überfahrten bis zu Brunch-Schiffen – auf dem Rhein am Rheinfall herrscht reges Treiben. Die Region um den Rheinfall, liebevoll der «rheinische Amazonas» gennant, lässt sich nämlich vom Wasser aus am besten bestaunen.
Die volle Kraft des Rheinfalls erleben Sie am besten bei einer kurzen Rundfahrt durch das Rheinbecken. Nach dem Start am Rheinufer mit einem traditionellen Schiff von «Rhyfall Mändli» steuern Sie direkt auf den linken Fall zu und erleben diesen hautnah. Achtung, es wird ganz schön nass!
Durch die Wucht der Wassermassen fahren Sie weiter durch das Rheinfallbecken bis zum rechten Fall, wo das ganze Spektakel von vorne beginnt. Neben dem tosenden Wasser und dem Sprühnebel eröffnet sich hier auch für das Auge ein einzigartiger Blick auf die markanten Felsformationen des rechten Falls. Danach heißt es nochmal gut festhalten, denn es geht erneut in den Linken Fall. Die Rückfahrt in den Hafen wird etwas gemütlicher und trockener, sodass sich die perfekte Gelegenheit für Erinnerungsfotos bietet.
Wer die Aussicht etwas länger genießen möchte kann sich die «große Rundfahrt» beim «Schiffmändli» ansehen. In 75 min fahren Sie hier insgesamt 14 km durch das Rheinfallbecken zum Rheinfall, zu einem Zwischenstopp mit Ausstiegsmöglichkeit nach Rheinau mit seiner barocken Klosterkirche und von dort aus wieder zurück. Unterwegs erfahren Sie allerhand spannende Informationen rund um den Rhein und seine tierischen Bewohner direkt vom Bootsführer.


