Schweizer Weinberge mit dem Fahrrad entdecken

Schweizer Weine gelten als ganz besonders edle Tropfen. Die idealen geologischen und klimatischen Bedingungen in den wunderschönen Anbauregionen bieten die beste Grundlage für den Weinanbau und somit auch für Wanderungen und Fahrradtouren. Vor allem mit dem Velo lässt sich die herrliche Landschaft mit malerischen Rebbergen am Genfersee, am Jurasüdfuß, in Schaffhausen und im Zürcher Weinland am besten genießen.
Route 1: 37 Kilometer durch die Genfer Weinberge
Genf ist der drittgrößte Weinproduzent der Schweiz. Neben Weinbergen führt die «Route du Vignoble genevois» auch durch kleinere Dörfer, welche mit ihrer Idylle und Charme wirklich bezaubern.
Entlang der 37 Kilometer langen Route zieren Rebstöcke die Straßen rund um die Winzerdörfer. Besonders sehenswert präsentiert sich das Dorf Dardagny, in dessen Mittelpunkt ein imposantes Schloss steht. Mit regionaltypischen Bauernhäusern, engen Gassen im Norden und loser Bebauung im Süden verkörpert das historische Dorf seine Nähe zur Natur. Rund um das Dorf befindet sich zudem ein Lehrpfad über Wein und Winzerkunst, welcher zu Fuß absolviert werden kann.
Durch die Weinberge der Gemeinde Peissy wird anschließend das Rhôneufer erreicht. Weiter führt die Tour durch den Weiler Löex, wo sich auch eine Vogelauffangstation mit verschiedenen, teilweise exotischen Papageienarten befindet. In Bernex gibt es dann einen Aussichtspunkt, welcher ebenfalls mit dem Velo zu erreichen ist. Der Aufstieg ist etwas steiler, lohnt sich aber allemal. Auf rund 500 m Höhe eröffnet er einen wunderbaren Blick über die Region Genf.
Den krönenden Abschluss dieser Tour bildet der Sandstrand von La Plaine. Der liebevoll angelegte Sandstrand befindet sich unterhalb des Bahnhofs, ist ganzjährig geöffnet und eine ideale Erholungsmöglichkeit zum Abschluss der Fahrradtour.
→ 37 km ↑ 540 m ↓ 540 m | Mittelschwer



Route 2: 41 Kilometer am Jurasüdfuß entlang
Die nächste Route führt 41 Kilometer am Nordufer des Neuenburgersees von Neuchâtel bis Yverdon-les-Bains. Die mittelmäßig anspruchsvolle Tour verläuft über vorwiegend befestigte Wege, vorbei an Weinbergen und gleich zwei geschichtsträchtigen Schlössern.
Nach etwa 18 Kilometern führt die Route von Westen her an das Schloss Gorgier heran. Das Schloss lässt sich auf das 13. Jahrhundert datieren und ist eines der am besten erhaltenen Schlösser der Schweiz. 2013 stand es für 20 Millionen Schweizer Franken zum Verkauf und wurde im Zuge dessen zu einer Privatresidenz, sodass das Schloss leider nur noch von außen zu bestaunen ist.
Wenige Kilometer später sind wir von hunderten Rebstöcken umgeben. Die Neuenburger Weinberge rund um Vaumarcus eignen sich ideal für eine Pause.
Nach 33 Kilometern erreicht man den Strand von Grandson, direkt am Neuenburgersee. Auch hier lohnt sich eine Pause und wer mag, kann seine Füße am Strand einmal ins Wasser tauchen. Nur wenige Kilometer weiter befindet sich das Schloss Grandson. Alleine die 1000-jährige Geschichte ist schon beeindruckend. Zusammen mit dem Schloss Chillon am Genfersee gehört das Schloss Grandson zu den eindrucksvollsten Festungsbauten der Schweiz. Das Schloss ist der Öffentlichkeit zugänglich und beherbergt verschiedene historische Ausstellungen.
Das letzte Highlight der Tour ist die Altstadt von Yverdon-les-Bains. Die Altstadt ist ein versteckter Schatz direkt am Neuenburgersee mit dem wunderschönem Sandstrand Y-Plage. Die liebliche Fußgängerzone mit bunten Häusern, engen Gassen und mittelalterlichen Gebäuden lockt mit kleinen Boutiquen, zahlreichen Restaurants und einer ganz besonderen Atmosphäre.
→ 41 km ↑ 360 m ↓ 360 m | Mittelschwer



Route 3: 53 Kilometer durch Schaffhausen bis Weinfelden
In der Ostschweiz ist Schaffhausen eine Wein-Hochburg. Die Schaffhausener bezeichnen ihre Heimat auch als das «Blauburgunderland». Schließlich sind 60 % der kantonalen Rebfläche mit Blauburgunder, besser bekannt als Pinot Noir, bestockt. In dem kleinen, unscheinbaren Kanton ist man von fast 500 Hektar Rebfläche umgeben.
Die erste Etappe der Ostschweizer Weinroute ist 53 Kilometer lang und verläuft überwiegend auf befestigten Wegen. Dennoch ist die Tour anspruchsvoll und erfordert gute Kondition. Schon wenige Kilometer nach dem Startpunkt offenbart sich das erste Highlight der Tour, der beeindruckende Rheinfall: Auf etwa 150 Metern Breite stürzt das Wasser 23 Meter tief über eine Schwelle aus Jurakalk.
Durch die Dörfer Dachsen, Benken, Rudolfingen und Trüllikon führt die Route weitere 10 Kilometer vorbei an Raps- und Gemüsefeldern im Zürcher Weinland. Bei Kilometer 15 befindet sich das Naturschutzgebiet um den Husemersee. An einigen Stellen ist dieser mit dem Fahrrad zugänglich. Dort befinden sich große Liege- und Spielwiesen mit Grillplatz und Badesteg. Praktischerweise befindet sich am See ebenfalls ein Veloparkplatz.
Die nächsten 15 Kilometer geht es an der Thur entlang in den Thurgau bis zum ehemaligen Kloster, der Kartause Ittingen. Hier gibt es ein Restaurant, welches sich ideal zur Stärkung eignet. Gleich daneben gibt es ebenfalls einen Hofladen. Verarbeitet werden ausschließlich Produkte, die rund um die Kartause angebaut werden.
Als nächstes führt die Route vorbei an den scheinbar endlosen Weinfeldern des Ottenbergs. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Rebbau hier Ende des 16. Jahrhunderts. Die Tour endet in der beschaulichen Altstadt von Weinfelden. Seit dem Bau der Brücke über die Thur durch die Römer ist der Ort besiedelt. Die Existenz einer solchen Brücke wurde bereits für das Jahr 124 n. Chr. nachgewiesen. Sie war damals fünf Meter breit und lässt darauf schließen, dass schon zu dieser Zeit ein Handelsplatz am Fuß des Ottenbergs vorhanden war. Heute ist die Stadt geschmückt mit farbenprächtigen Blumen und geprägt von bunten, historischen Häusern und auf jeden Fall einen Besuch wert.
→ 53 km ↑ 620 m ↓ 600 m | Mittelschwer




Achtung Alkohol!
Im Gegensatz zu Deutschland gelten in der Schweiz deutlich strengere Gesetze bezüglich der Promillegrenze bei Velofahrern. Eine Weindegustation sollte erst am Ende der Tour in Erwägung gezogen werden. Bereits ab 0,5 Promille müssen Velofahrer mit einer Verwarnung und einem Bußgeld rechnen. Ab 0,8 Promille drohen nicht nur hohe Geldstrafen, sondern auch Führerschein-Entzug und sogar ein Velo-Fahrverbot. Um die 0,5 Promille zu erreichen, können bereits 2 dl Wein ausreichen.
