Die geheimnisvolle Seite der Schweizer Wasserwelt - Schluchten, Höhlen und unterirdische Seen

Veröffentlicht von Joelina


Schwimmen im See, im Fluss oder in der Badi gehört im Schweizer Sommer einfach dazu. Ob in der Aare oder im Rhein, dem Thunersee oder dem Neuenburgersee, oder einer der 600 Schweizer Badis – im Sommer herrscht hier überall reges Treiben.

Wer den Menschenmassen und der heißen Sonne ein wenig entkommen und dennoch zumindest am Wasser Abkühlung sucht, der wird garantiert bei einem etwas trockeneren, aber keinesfalls weniger aufregenden Wassererlebnis in spektakulären Schluchten, Höhlen, an mystischen Wasserfällen und auf unterirdischen Seen einen wundervollen Sommertag genießen können.

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Der Reichenbachfall und die Aareschlucht – Ein Fall für Sherlock Holmes

Südlich von Meiringen im Kanton Bern, ganz in der Nähe der schattigen Aareschlucht, befindet sich der Reichenbachfall, eine 300 m hohe Kaskade aus sieben Wasserfällen. Der oberste Reichenbachfall ist dabei der Größte. 3 bis 5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde stürzen hier im Sommer herunter, nach starken Regenfällen sogar bis zu 30 Kubikmeter pro Sekunde.

Überquert man bei Meiringen die Aare, gelangt man nach Willigen, von wo aus die Rheinbachfall-Bahn, eine historische Standseilbahn aus dem Jahr 1899, hinauf zum obersten Reichenbachfall führt. An der Bergstation beginnen einige Wanderwege die wahlweise auch gleich die Aareschlucht mit einschließen. Den Rheinbachfall kennen einige Krimi Fans möglicherweise schon aus den Geschichten um Sherlock Holmes. Der Author, Sir Arthur Conan Doyle, ließ den Meisterdetektiv am Rheinbachfall im Kampf gegen seinen Widersacher Moriarty 200 m in den Tod stürzen. Die genaue Stelle des Kampfes wird noch heute mit einer Gedenktafel markiert. Sherlock-Fans sei an dieser stelle auch das Sherlock-Holmes-Museum in Meiringen empfohlen.

Eine Wanderung vom Reichenbachfall durch die Aareschlucht bis nach Meiringen führt auf fast 9 km an den eindrücklichen Naturspektakeln entlang. Die 2,5 Stunden der körperlich leichten, technisch geringfügig fordernden Route sind ein toller Ausflug.

Die Aareschlucht zwischen Meiringen und Innertkirchen, auch der «Grand Canyon der Schweiz» genannt, ist 1400 Meter lang und ganze 200 Meter tief. In etwa 45 Minuten kann die Schlucht mühe- und gefahrlos durchquert werden. Die Wege sind teilweise asphaltiert, auf Kies, durch Tunnel und über Holzstege erschlossen. Am Eingang zur Aareschlucht werden Besucher vom sagenumwobenen «Tatzelwurm» in empfang genommen. Das mystische Wesen der Aareschlucht wurde 1935 angeblich fotografiert, seitdem aber nie wieder gesehen.

Reichenbachfall
© Haslital Tourismus
© Haslital Tourismus
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Aarschlucht

 

Das Hölloch im Moutathal – Abstieg in die Tiefe

Wenngleich der Name der Höhle auch furchterregend klingen mag, so ist das Hölloch doch ein spannendes Ausflugsziel.

Mit 212 Kilometern erforschter Länge ist das Hölloch nicht nur die größte Höhle der Schweiz, sondern auch eine der größten Höhlen weltweit. Dennoch ist sie ein echter Geheimtipp: Im Jahr besuchen sie gerade einmal 10.000 Menschen. In der Höhle herrschen auch im Sommer konstante 6°C. Im Sommer eigentlich eine willkommene Abkühlung, doch im Gegensatz zu den geringen Temperaturen klettert die Luftfeuchtigkeit bis auf fast 100 % an. Nach starken Niederschlägen oder bei der Schneeschmelze steigt der unterirdische Bach, welcher durch das Hölloch fließt, stark an und erreicht auch sonst trockene Stellen. Einige Gänge liegen sogar unterhalb des Grundwasserspiegels, sodass sie ständig unter Wasser stehen.

Das Hölloch ist keine nett beleuchtete Tropfsteinhöhle, aber auf alle Fälle ein echtes Abenteuer von einfachen, zweistündigen Kurzführungen bis hin zu mehrtägigen Touren mit Übernachtung in der Höhle. Die Führungen werden von der Trekking Team AG seit fast 40 Jahren angeboten und sind ausschließlich mit einem Guide möglich. Die insgesamt 16 verschiedenen Touren sind teilweise schon ab 6 Jahren freigegeben und körperlich nicht besonders anspruchsvoll, sodass sich eine Expedition auch als Familienausflug eignet. Wichtig sind warme Kleidung sowie festes Schuhwerk. Am besten eignen sich Wanderschuhe. Robuste Turnschuhe mit starkem Profil sind ebenfalls ausreichend. Highlight einer jeden Tour ist auf Wunsch ein Hohlen-Apéro oder ein Höhlen-Raclette. Bei gemütlicher Stimmung kann man so die Tour kulinarisch ausklingen lassen.

Das Hölloch Center ist bei jeder Tour im Preis inbegriffen und kostest ohne Tour 3 CHF für Kinder und 5 CHF für Erwachsene. Im Hölloch Center werden die Erforschung der Höhle, ihre Besonderheiten und geologische Zusammenhänge spannend aufbereitet. Wer sich (noch) nicht in die Höhle traut, ist hiernach dennoch ein ganzes Stück schlauer.

© Stoos-Muotathal Tourismus
© Stoos-Muotathal Tourismus
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Der größte unterirdische See Europas – Der Lac Souterrain Saint-Léonard

Zwischen Sion und Sierre, im Herzen der Walliser Alpen, liegt der «Lac Souterrain de Saint-Léonard». Der längste unterirdische See Europas führt in 30 bis 70 m Tiefe in die Berghänge der Weinberge hinein. Das besondere an diesem See ist neben seiner Größe die vollständige Schiffbarkeit. Sämtliche Touren werden mit Ruderbooten durchgeführt.

Seit 1949 ist die Grotte für touristische Erkundungen freigegeben. Die Existenz dieses unterirdischen Sees ist den Einheimischen jedoch schon sehr viel früher bekannt. Der Wasserstand war bei der ersten Erkundung der Höhle im Jahr 1943 um einiges höher als Heute, sodass sie fast vollständig mit Wasser gefüllt war. Im Zuge einges großen Erdbebens im Jahr 1946 entstanden riesige Risse in den seitlichen Wänden und dem Grund des Sees. Der Wasserstand sank und der See wurde schiffbar.

Heute gibt es neben geführten, informativen Touren durch die beeindruckende Grotte auch Konzerte, die auf dem See veranstaltet werden. Der unterirdische See schafft nicht nur eine wirklich einzigartige Atmosphäre für Konzerte, sondern eröffnet auch faszinierende Klangräume und eine einmalige Akustik. Die Musiker spielen inmitten des Sees auf einem eigenen Boot, die Besucher sind nur wenige Meter von den Künstlern entfernt: Ein unglaublich intimes Konzerterlebnis.

© Valais Promotion
© Sierre Tourisme
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