Sommer, Sonne, Strand und Berge: 3 einzigartige Freibäder in der Schweiz

Die pralle Sonne brennt auf die Schweiz hinab, die Temperaturen steigen und mit ihnen gleich unser Bedürfnis, ins kühle Nass zu springen. Neben den rund 1.500 Seen im ganzen Land und den zahllosen Flüssen bieten sich in der Schweiz auch zahlreiche «Badis» zur Abkühlung an. Freibäder, Eis und die guten Pommes-Frites gehören für uns alle wohl zu den schönsten Kindheitserinnerungen. Warum also nicht auch mal an einem heißen Reisetag das Wetter dort genießen, anstatt im Stau zu stehen? Geniale Freibäder findet man in der Schweiz überall. Auf der Durchreise von Italien via Simplonpass durch das Oberwallis und durch den Lötschbergtunnel Richtung Bern begeben wir uns auf die Suche nach den besten drei Badis, für die sich ein Zwischenstopp oder gar eine Übernachtung auf jeden Fall lohnen.
Brigerbad im Wallis – Wellness-Oase und Spaß für die ganze Familie
Unsere Tour startet im wunderschönen Wallis am Fuße des Simplonpass bei der Ortschaft Brigerbad zwischen Brig und Visp. Das Wallis ist nicht nur für seine imposante Bergwelt, sondern auch für ein grandioses Sommerklima bekannt. Kein Wunder also, dass sich hier eine der schönsten Badis der Schweiz in bester Sonnenlage befindet: Das Thermalbad Brigerbad.
Das Brigerbad ist eine Wellness-Oase und Thermalbad, mit einer Vielzahl an Schwimmbecken zur Abkühlung, Saunen sowie Grotten und Dampfbädern. Doch nicht nur Erwachsene können hier Abstand vom stressigen Alltag nehmen. Für Familien ist besonders der Außenbereich des Brigerbads spannend. Neben einem 50 m langen Olympiabecken für sporliche Schwimmer hat das Brigerbad die drittlängste Wasserrutschbahn Europas. 184 m geht es kurvenreich durch die Baumspitzen den Berg hinunter. Wer sich lieber entspannt treiben lässt, findet sicherlich im Flussbecken seine Ruhe. Auf fast 400 qm fließt hier eine leichte Strömung, die Sie durch das Wasser zieht. Wahres Urlaubsfeeling gibt es im Spaßbecken, wenn Sie vom 3 m hohen Felsen in das angenehm kühle Becken springen. Auch für die Kleinsten ist etwas dabei: Das Planschbecken mit flachem Wasser und aufregenden Wasserspielen ist der perfekte Ort für die jüngsten Familienmitglieder. Zwischen den Abkühlphasen laden große, gepflegte Liegewiesen zum Entspannen und zum Sonnenbaden ein. Übrigens befindet sich gleich nebenan auch ein großer, komfortabler Campingplatz.



Das Strandbad Thun – Abkühlung mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau
Wir verlassen das Wallis und fahren mit dem Autoverlad durch den Lötschenbergtunnel in den Kanton Bern. Die fahrt durch das wunderschöne Kandertal ist schon ein ganz besonderes Highlight. Nach einer guten halben Stunde Fahrt verlassen wir an der Ausfahrt Thun-Süd die A6 und nähern uns zielstrebig dem türkisblauen Thunersee. Hier finden wir das Strandbad Thun, von den Einheimischen liebevoll «Strämu» genannt, mit herrlichem Ausblick auf Eiger, Mönch und Jungfrau, den Niesen, Blümlisalphorn und das Stockhorn.
Das Strandbad hält natürlich, was der Name verspricht und hat einen direkten Zugang mit langem, flachem Sand- und Kiesstrand zum Thunersee. Am Ufer befindet sich eine weitläufige Beachanlage mit Volleyballfeld und reichlich Platz zum Entspannen. Auch eine große Grünfläche bietet Platz für sportliche Aktivitäten wie Frisbee, Fußball oder einfach zum Sonnenbaden. Neben der Freifläche gibt es zusätzlich Tischtennisplatten, einen Tennisplatz und einen Spielplatz für Kinder.
Auch außerhalb des Thunersees kann man sich hier im Wasser vergnügen. Neben einem 25 m Becken gibt es ebenfalls ein 50 m Olympiabecken sowie 3-, 5- und 10 m Sprungtürme. Eine Breitwellenrutschbahn macht Groß und Klein Freude. Für letztere gibt es ein Nichtschwimmerbecken mit 1,20 m Wassertiefe zum Üben und Planschen. Kleinkinder können im Kleinkinderbecken mit Sonnensegel spielerisch das Wasser entdecken.



Das Freibad Marzili in Bern – Ein Wasserparadies mitten in der Bundesstadt
Wir fahren entlang der Aare Richtung Bern und nähern uns der nächsten nennenswerten Badi, dem Freibad Marzili, einer der meistbesuchten Badis der Schweiz. Gebadet wird hier schon seit Jahrhunderten. Das erste Marzilibad stammt aus dem Jahr 1782 und war damals noch kostenpflichtig. Heute steht das Bad unter öffentlicher Trägerschaft und ist daher sogar kostenlos.
Das Marzili liegt direkt am Fuße des Hügels, auf dem das Bundeshaus und die Berner Altstadt thronen und bietet so direkte Sicht auf das einzigartige Bauwerk. Besonders begeisterte Freiwasserschwimmer kommen hier auf ihre Kosten. Das Bad besitzt an mehreren Stellen flussaufwärts direkten Zugang zur Aare, sodass Aareschwimmer sich bequem im Badi umziehen und dann in die kühle Aare steigen können. Eigentlich ist das Marzili für Aareschwimmer und -böötler vorläufige Endstation vor der Dalmazibrücke, aber immerhin kann man sich dort noch rund 300 m von der Dampfzentrale bis zum letzten Ausstieg am Ende des Marzili treiben lassen, oder einfach das kühle Wasser der Aare im geschützten Becken genießen.
Auch in den angelegten Schwimmbecken findet jeder die richtige Abkühlung. Wie auch die anderen Bäder auf unserer Liste hat das Marzilibad ein 50 m langes Olympiabecken, aufgeteilt auf acht Bahnen, sowie in Sprungbecken mit 1 bis 3 m Türmen. Zusätzlich gibt es zwei 25 m lange Nichtschwimmerbecken und ein Kleinkinderbecken. Neben dem Bad befindet sich eine ausgedehnte Grünfläche mit Spielplatz, ganze 10 Quadratkilometer Liegewiese, ein Beachvolleyballfeld sowie ein Outdoor-Fitnesspark. Mit dem «Paradiesli» bietet das Marzili Frauen einen eigenen abgetrennten Bereich zum Sonnenbaden.
Das Marzili wird von 2025 bis 2029 in Etappen saniert, sodass die Badeanlage und die Gastronomie auf dem neusten Stand der Technik sind. Der Saisonbetrieb bleibt von den Sanierungen jedoch uneingeschränkt.



Für einen guten Badi-Aufenthalt nicht vergessen:
Für einen unvergesslichen Badi-Aufenthalt alleine, mit Freunden oder Familie gilt es einige Dinge zu beachten.
- Im Sommer steigen die Temperaturen, kein Wunder dass wir Abkühlung im Wasser suchen. Doch nur im Wasser planschen hydriert uns nicht. Bei Hitze sollte viel Wasser getrunken werden, ganz besonders wenn man sich viel bewegt. Also in der Badi lieber etwas öfter zum Kiosk gehen oder ausreichend Wasser mitbringen.
- So schön die Sonne auch sein mag, ganz unschädlich ist sie für uns nicht. Im Sommer ist der UV-Index besonders hoch, vor allem zur Mittagszeit. Um schmerzhaften Sonnenbränden vorzubeugen immer gut eincremen und auch zwischen den Badegängen öfter eincremen.
- Gleichermaßen sollten regelmäßig Schattenpausen eingelegt werden. Im Wasser ist unsere Wahrnehmung der Temperatur verzerrt, doch unser Körper braucht bei Hitze regelmäßig Pausen um Überhitzung und einen Sonnenstich zu vermeiden.
- Besonders auf Liegewiesen und nahe Sträuchern und schattigen Bäumen haben Zecken im Sommer Hochkonjunktur und ein reichhaltiges Buffet an Badegästen. Zumindest eine Zeckenzange sollte man folglich immer dabei haben und besonders Kinder regelmäßig auf Zecken kontrollieren. In der Schweiz ist die FSME inzwischen sehr stark verbreitet.
- Unsere Wertsachen möchten wir alle gerne wieder mit nach Hause nehmen. Geben Sie also acht auf Ihre Wertsachen und nutzen Sie, wenn möglich, die Schließfächer.
