Die Entstehung der seltsamsten Wappen der Schweiz

Veröffentlicht von René


Am 1. August feiert die Schweiz ihren Geburtstag. Von Schaffhausen bis Chiasso und von Genf bis Samnaun feiert jede Stadt und jedes Dörfli die Eidgenossenschaft und die fantastische Vielfalt der Kantone, die ja bekanntlich sehr unterschiedlich sind. In jedem Gässli und an jedem Hüsli wehen Schwiizerfähnli, Kantonsfähnli und auch die Fahnen der Gemeinden. Davon hat die Schweiz noch 2110 Stück, wobei die Zahl kontinuierlich wegen Gemeindefusionen sinkt. Bei einer solch großen Zahl von Gemeinden auf relativ kleinem Raum sollte man meinen, dass den jeweiligen Heraldikern irgendwann die Ideen ausgegangen sein müssten. Man braucht ja schließlich ein ganz eigenes Wappen, das sonst keine der übrigen 2109 Gemeinden hat. Gelegentlich entdeckt man sogar Gemeindewappen, bei welchen man schmunzelt und sich einfach nur fragt: «Was hat sich damals der Gemeinderat dabei wohl gedacht?» 

Bei den folgenden Wappen könnte es sich (vielleicht ungefähr) so zugetragen haben...

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«Immer nur Adler und Bären... Welches Wappentier wählen wir denn?»


Berg am Irchel (Kanton Zürich)


«Herr Gemeindepräsident, ich schlage vor: Ein Wildschwein.»
«Guet, das tönt nicht schlecht. Und welche arme Sau nehmen wir als Vorbild?»
«Gestern am Abend auf dem Heimweg von der Beiz ist mir zufälligerweise ein Keiler vor den Traktor gelaufen!»

Aeugst am Albis (Kanton Zürich)


«Seit vier Wochen suchen wir bereits ein geeignetes Wappentier und haben..»
«Ein Eichhörnli! Da draussen!»
«Guet, nehmen wir eben ein Eichhörnli.»

Männedorf (Kanton Zürich)


«Warum zum Tüüfel ein Fischotter?»
«Herr Gemeindepräsident, ALLE lieben Fischotter! Das macht unser Dorf bestimmt sympathisch.»
«Eine sehr gute Idee!»

Zell (Kanton Zürich)


«Warum zum Tüüfel eine Schnecke?»
«Überraschigsmomänt, Herr Gemeindepräsident!»
«Wie meinen Sie das?»
«Die Habsburger sehen unser Wappen und denken wir seien alle so langsam, dass sie gar keine Pferde bräuchten. Dann steigen sie von ihren Rössli herab, um diese zu schonen. Während sie uns also zu Fuss angreifen, schleichen wir uns hintenume hinaus und stehlen ihre Pferde. So ähnlich soll es ja auch am Morgarten gewesen sein.»
«Grossartig! Mit Ihnen kann man wahrhaftig Pferde stehlen!»

Morschach (Kanton Schwyz)


«Herr Bürgler, die Wildsau, die Sie gezeichnet haben, sieht ja aus als hätte sie zwanzig Kafi Fertig gehabt!»
«Herr Gemeindepräsident, die hatte ich selbst getrunken. Soll ich es nochmal...»
«Nei, nei, scho guet! Es spieglet auch irgendwie die Trinkfestigkeit der Dorfgemeinschaft wider.»

Hünenberg (Kanton Zug)


«Einhörner, um zu demonstrieren wie fantastisch unser Dorf ist, verstehe ich ja. Aber warum lassen sie die Köpfe hängen?»
«Sonst hätten sie so schlecht ins Bild gepasst, Herr Gemeindepräsident!»

Risch (Kanton Zug)


«Sie sollten thematisieren, wie stolz wir auf unsere Kirschen sind! Was macht die Katze da im Bild?»
«Mein Kater fängt so gern die Vögeli in unserem Kirschenbaum, da hat er mich eben inspiriert.»

Treyvaux (Kanton Fribourg)


«Meine 'erren, fallt uns wirklisch nüt besseres ein, als ein 'albes 'ähnchen?»
«Monsieur le président, isch dachte eigentlisch mehr an ein Poulet im Chörbli!»
«Très délicieux, monsieur!»

Corbeyrier (Kanton Waadt)


«Konnten Sie den 'und nischt furschterregender zeichnen, Monsieur?»
«Isch dachte mir, es wirkt freundlischer und 'eimatverbunden, wenn er unseren Gemeindenamen aussprischt.»

Wolfenschiessen (Kanton Nidwalden)


«Ich verstehe ja, dass Sie ein Modell für Ihren Entwurf benötigen, aber mussten Sie den armen Hund gleich erschiessen?»
«Mir tut es ja auch leid, Herr Gemeindepräsident, aber er hat so gezappelt!»

Kriens (Kanton Luzern)


«So viele Gemeinden stellen in ihren Wappen Gewalt gegen Tiere da. Wir sollten mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, dass es auch anders geht!»
«Amen!»

Frauenfeld (Kanton Thurgau)


«Meine Herren, dem vom Herrn Umbieter entworfenen Löwen hat meine Frau noch eine Dame hinzugefügt, welche diesen an einer Leine führt. Ich finde diese Idee recht originell und empfehlen dem Gemeinderat, das Wappen anzunehmen.»
«Sicher, Herr Gemeindepräsident, da gseht man man gleich, wer hier das Sagen hat!»

Schwerzenbach (Kanton Zürich)


«Mit diesem Wappen gedenken wir der Ölpest des Jahres 1684 in unserem Dorfbach.»

Muntelier (Kanton Fribourg)


«Avec diese Wappen wir gedenken die Ölpest im Tausendsechshundertvierzwanzigvier dans notre Dorfbach.»

Sirnach (Kanton Thurgau)


«Muscheln? Wie kommen Sie darauf?»
«Wir müssen unbedingt die Sommersaison stärken! Ein bitzeli Beach-Feeling schadet da sicher nicht.»

Hallwil (Kanton Aargau)


«Hallwil unter Palmen - ein schöner Gedanke, Herr Gemeindepräsident, aber ob das Touristen anlockt?»
«Meine Herren, ich nehme meinen Vorschlag, die Palme im Wappen, einstimmig an.»

Freienbach (Kanton Schwyz)


«Drei Löwen? Das habe ich irgendwo schon einmal gesehen.»
«Präzis, Herr Präsident! Wir wollen damit die wohlhabenden britischen Touristen anlocken, um die Gemeindekasse nachhaltig zu stärken.»

Ennetmoos (Kanton Nidwalden)


«Warum sollten wir ausgerechnet die Touristen aus China mit unserem Wappen anlocken, die nur ein paar Stunden bleiben und kaum unsere Kassen füllen, Herr Gemeindepräsident?»
«Dafür kommen sie in Scharen und am nächsen Tag können wir neue Gäste empfangen!»
«Das verstehen wir nicht so ganz.»

Nidau (Kanton Bern)


«Wir hatten doch legidlich einen Hummer für unser Wappen beschlossen! Was soll der Fisch daneben?»
«Der Verkäufer auf dem Markt hat ihn mir dazu geschenkt. Ich dachte mir, wenn die Gemeindekasse schon mal Geld sparen kann, warum nicht?»

Montagny-près-Yverdon (Kanton Waadt)


«Eine sehr schöne 'ummerzange 'aben Sie da mitgebracht! Wo'er 'aben Sie die?»
«Die 'abe isch gefunden.»

Onnens (Kanton Waadt)


«Da 'aben wir endlisch eine wunderschöne 'ummer für unser Wappen und dann fehlt ihm plötzlisch ein Zange! Wer war das?»

Grabs (Kanton St. Gallen)


«Was haben denn da für einen Tarzan gemalt?»
«Das spiegelt unsere Naturverbundenheit wider!»
«Eine ausgezeichnete Idee!»

Klosters (Kanton Graubünden)


«Das soll wohl ich sein! Wer war das?»
«Nein, Herr Gemeindepräsident, das war gewiss nicht so gemeint!»


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