3 Highlights im mediterranen Ascona – Genießen, entspannen, entdecken

Das Tessin, neben dem Wallis oft liebevoll als die «Sonnenstube der Schweiz» bezeichnet, zieht mit seinem südlichen, fast mediterranen Klima jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Es ist ein Ort, an dem die Alpen und das italienische «Dolce Vita» aufeinandertreffen. Der charmante Kurort Ascona verzaubert mit seiner ganz eigenen Magie. Direkt am nördlichen Ufer des Lago Maggiore gelegen, bietet Ascona eine vielfältige Mischung aus Kultur, Erholung, Aktivität und Natur.
Mit weißen Sandstränden, romantischen Strandhütten, Wassersport, exotischen Pflanzen oder entspanntem Tee nach japanischer Tradition – dank seiner hervorragenden Lage, nur etwa 30 Minuten von den bekannten Städten Lugano, Locarno und Bellinzona entfernt, ist Ascona leicht erreichbar. Der Ort verfügt über eine Vielzahl an Unterkünften, von tierfreundlichen Bed-and-Breakfast-Angeboten über elegante Hotels bis hin zu privaten Ferienhäusern im traditionellen Tessiner Stil.
Wer einen Aufenthalt plant, sollte sich diese drei Highlights rund um Ascona nicht entgehen lassen: den geschichtsträchtigen Monte Verità, die Brissago-Inseln mit ihrem botanischen Garten sowie die Erlebnisse rund um den Lago Maggiore.
Monte Verità – Auf der Suche nach der Wahrheit
Der Monte Verità, der «Berg der Wahrheit», hat mit seinen 321 Metern über dem Meer zwar eher eine Hügelhöhe, doch seine historische und kulturelle Bedeutung ist weit über die Region hinaus bekannt. Um das Jahr 1900 herum, lange zeit vor der Hippie-Bewegung der 1960er Jahre, wurde der Ort zum Zentrum einer ideologischen Bewegung, die nach Alternativen zu den vorherrschenden Gesellschaftsmodellen suchte. Fünf Aussteiger gründeten damals eine Gemeinschaft, die sich bewusst von der industrialisierten Welt abwandte. Ihre Vision: ein freies, naturnahes Leben im Einklang mit Körper, Geist und Seele. Mit langen Haaren, Reformkleidung - oft auch völlig unbekleidet - und einem Lebensstil jenseits konventioneller Zwänge beanspruchten sie den Hügel für sich und tauften ihn «Monte Verità» – den Berg der Wahrheit. Die Gemeinschaft setzte auf körperliche Arbeit, spirituelle Entspannung, vegetarische Ernährung und ein harmonisches Miteinander. Bald zog dieser Ort Aussteiger, Künstler und Philosophen aus aller Welt an; nicht in Massen, aber dennoch mit spürbarem Einfluss.
Aus dem ursprünglich ideologischen Zentrum entwickelte sich über die Jahre ein Sanatorium. Ambitionierte Pläne wie die Errichtung einer «Hochschule zur Befreiung der Menschheit» entstanden. Die Visionäre bezeichneten Ascona damals als «Republik der Heimatlosen».
Nachdem die Gründer 1920 nach Brasilien ausgewandert waren, übernahm der deutsche Bankier und Kunstmäzen Baron Eduard von der Heydt den Monte Verità. Er ließ eine Residenz errichten, die später in ein stilvolles Hotel umgewandelt wurde. Dieses zog bekannte Künstler und Intellektuelle aus ganz Europa an. Heute ist der Monte Verità ein modernes Kongress- und Kulturzentrum. Umgeben von einer sieben Hektar großen Parkanlage mit Teegarten und Teehaus, bietet das Areal einen unvergleichlichen Blick auf den Lago Maggiore. Im Museum erfahren Besucherinnen und Besucher Spannendes über die bewegte Geschichte des Ortes und der Persönlichkeiten, die ihn prägten.
Ein besonderer Höhepunkt ist der Teeweg durch den gepflegten Garten zum Teepavillon am Zen-Garten. Dort lässt sich nicht nur in aller Ruhe die Umgebung genießen. Man kann auch viel Wissenswertes über die japanische Teekultur, die traditionelle Teezeremonie und die Philosophie hinter dem Teegenuss lernen. Im dazugehörigen Laden finden sich hochwertige Teesorten und kunstvoll gestaltete Teeutensilien.



Der Lago Maggiore – Sandstrand, Windsurfen und entspannen in «Grotti»
Der Lago Maggiore, mit 212 km² Fläche einer der größten Seen der Region, erstreckt sich über die Grenze zwischen der Schweiz und Italien. Für Wassersportbegeisterte ist er das Herzstück des Tessins und für Erholungssuchende ein Ort der Ruhe und Erfrischung.
Im Sommer, wenn die Temperaturen mediterrane Werte erreichen, lädt die glitzernde Wasseroberfläche zum Schwimmen, Planschen und Entspannen ein. Ob ganz veträumt auf dem See treiben oder aktiv beim Windsurfen, Stand-Up-Paddling, Kanufahren, Segeln oder Wakeboarden – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Wer lieber trockenen Fußes bleibt, kann bei einer Rundfahrt auf dem See beide Uferseiten entdecken. Sowohl die schweizerische als auch die italienische Seite des Lago Maggiore bieten traumhafte Perspektiven. Alternativ empfiehlt sich ein Spaziergang entlang der Seepromenade von Ascona, wo zahlreiche Restaurants, Cafés und «Grotti» zum Verweilen einladen. Hier kann man lokale Spezialitäten wie Fisch, Risotto, Polenta und Luganighetta kosten, einen schnellen Snack genießen oder bei einem köstlichen Tessiner Kaffee oder einem kühlen Glas Tessiner Wein die Seele baumeln lassen.
Ein besonderes Highlight ist der Spaziergang auf dem «Giro Lungolago». Dieser führt direkt am Ufer entlang, vorbei am Golfplatz und bietet eine wunderschöne Aussicht auf das glitzernde Blau des Sees.



Die Brissago-Inseln – Botanischer Garten mitten im See
Ein weiterer Geheimtipp ist ein Ausflug zu den Brissago-Inseln. Nur etwa 15 Minuten per Schiff von Ascona entfernt, sind die beiden Inseln ein Paradies für Pflanzenliebhaberinnen und Naturfreunde.
Die kleinere der beiden Inseln, die «Isola di Sant’Apollinare», ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Sie ist von natürlicher Vegetation bedeckt, vor allem insubrischen Ursprungs, und wird bewusst sich selbst überlassen.
Die größere Insel, die «Isola di San Pancrazio», beherbergt hingegen einen prachtvollen botanischen Garten, der über Jahrzehnte liebevoll angelegt wurde. Dank des beinahe subtropischen Mikroklimas wachsen hier über 2000 Pflanzenarten aus aller Welt, welche außerhalb des botanischen Gartens nirgends in der Schweiz zu finden sind.
So führen Azaleen, Bambus, japanischer Hanf und Ginkgo in den fernen Osten, während Agapanthus und Löwenschwanz aus Südafrika stammen. Agaven, Sumpfzypressen und Magnolien bringen ein Stück Mittelamerika auf die Insel, während riesige Eukalyptusbäume und Akazien Australien repräsentieren. Auch Pflanzen aus Neuseeland und dem Mittelmeerraum wie Rosmarin, Korkeichen, Dattelpalmen und Pinien gedeihen hier prächtig.
Für Kinder zwischen fünf und zehn Jahren gibt es eine spannende Schatzsuche, bei der sie spielerisch die Vielfalt der Pflanzen entdecken und verlorene Blumen wiederfinden. So wird der botanische Ausflug auch für die Kleinsten zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Im Zentrum der Insel steht die vom deutschen Unternehmer und Kunstsammler Max Emden erbaute Villa im neoklassizistischen Stil. Sie bietet nicht nur einen herrlichen Ausblick auf den Lago Maggiore, sondern beherbergt auch ein stilvolles Restaurant, das sowohl kleine Snacks als auch gehobene Küche serviert. Max Emden war übrigens ein Freund von Eduard von der Heydt und regelmäßiger Gast am Monte Verità. Dort gefiel es ihm so gut, dass er sich ebenfalls in der Region Ascona niederließ.



