Die Schweiz blüht auf – Vier der schönsten Schweizer Parks im Frühling

Aus dem Boden sprießen die ersten Krokusse und Osterglocken, die Weidenkätzchen blühen in den Vorgärten, und die Haselnuss sorgt bei vielen anderen bereits für eine verstopfte Nase und tränende Augen. Während es für einen Sprung in die zahlreichen Seen der Schweiz noch zu früh sein mag, florieren die Schweizer Parks - im wahrsten Sinne des Wortes. Mit den ersten milden Tagen zieht es die Menschen wieder nach draußen und kaum ein Ort eignet sich dafür besser als die weitläufigen Parks, die die Schweiz zu bieten hat. Hier lässt sich der Frühling am besten genießen!
In der Sonnenstube der Schweiz – Der Parco Scherrer in Morcote
Im Tessin befindet sich einer der außergewöhnlichsten Parks des Landes: der Scherrer Park in Morcote. Inspiriert von seinen unzähligen Reisen rekonstruierte Hermann Arthur Scherrer (1881 - 1956) in seiner groß angelegten Parkanlage stark ethnologisch geprägte Bauten aus verschiedenen Kulturkreisen. Die stilistischen Elemente ermöglichen dabei eine sofortige Identifizierung des jeweils dargestellten Landes und verleihen dem Park seinen einzigartigen Charakter.
Auf den Terrassierungen des Parks können Besucherinnen und Besucher nicht nur die außergewöhnlichen Bauwerke bestaunen, sondern auch die vielfältige Vegetation entdecken. Arthur Scherrer war ein leidenschaftlicher Gartenkünstler und kuratierte über seine Lebenszeit hinweg seinen ganz persönlichen «Garten der Wunder». Ein Besuch versetzt zweifelsohne ins Staunen: Eine Reise durch Raum und Zeit im sonnigen Tessin.



An den Hängen wachsen Zypressen, Eukalyptusbäume, Kamelien, Araukarien und viele weitere Pflanzenarten, allesamt von exotischer oder orientalischer Herkunft. Beim genaueren Betrachten fällt auf, dass der Park in zwei unterschiedliche Welten gegliedert ist. Ein Bereich ist von der mediterranen Welt inspiriert, der andere vom asiatischen Raum.
Ein Rundgang beginnt im mediterranen Abschnitt des Parks, der mit im Renaissance- und Barockstil gestalteten Gärten sowie unzähligen Statuen beeindruckt. Von dort aus geht es weiter durch eine Bambuslandschaft, die typisch für den orientalischen Raum ist. Neben den Bambuswäldern finden sich hier siamesische, arabische und indische Bauten, ergänzt durch die jeweils passende Flora. Brunnen, Aussichtspunkte, Tempel, Skulpturen, siamesische Teehäuser und eine einzigartige Pflanzenvielfalt finden im Park der Wunder ein Zuhause. Eine kleine Weltreise während eines Parkspaziergangs zu erleben, ist wahrlich außergewöhnlich und macht den Scherrer Park zu einem Ort, an den man gerne zurückkehrt.
Der Rieterpark – Der größte Park in Zürich
Noch heute erstrahlt Zürichs größter Park im Glanz des 19. Jahrhunderts. Der Rieterpark bietet weitläufige Wiesen, imposante alte Bäume und einen einzigartigen Blick auf den Zürichsee. Der Park und die dazugehörige Villa Wesendonck entstanden bereits im Jahr 1855 und wurden später von der Familie Rieter übernommen. Bis heute tragen sowohl der Landschaftspark als auch das Museum diesen Namen.
Mitte des 20. Jahrhunderts gingen Park und Villa in den Besitz der Stadt Zürich über. Aus der Villa wurde das heutige Museum Rietberg, ein renommiertes Museum für außereuropäische Kunst. Die Verbindung von Kunst, Architektur und Natur macht den Rieterpark zu einem beliebten Ausflugsziel.
Neben über 150 Jahre alten Buchen bietet der Park besonders im Frühling ein wahres Blütenmeer. Magnolien, japanische Kirschblüten und Kirschpflaumen tauchen die Anlage in ein sanftes Rosa und schaffen eine beinahe märchenhafte Atmosphäre. Endlose Spazierwege führen durch den rund 70.000 m² großen Landschaftspark, vorbei an kunstvoll angelegten Blumenbeeten, dem Museum und seltenen Baumarten, darunter zahlreiche Nadelbäume. Der Rieterpark ist ein Ort der Ruhe, mitten in der Stadt und doch fernab vom hektischen Alltag.


Le jardin anglais – Die schönste Uhr in Genf
Auch in Genf gibt es einen der wohl ungewöhnlichsten Parks der Schweiz – genauer gesagt einen mit einer ganz besonderen Uhrengarnitur. Parks und Uhren passen auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz zusammen, doch Genf gilt bis heute als Symbol der luxuriösen Uhrenmacherkunst. Diese Tradition schlägt sich auch im Englischen Garten nieder.
Nur wenige Schritte vom Genfer Wahrzeichen, dem Jet d’Eau, entfernt befindet sich der Park, und in seinem Zentrum eine ganz besondere Attraktion: die Blumenuhr. Auf einer Fläche von 15 m² wird hier die größte Blumenuhr der Schweiz gepflegt. Die Motive und Arrangements wechseln je nach Jahreszeit und sorgen dafür, dass der Park zu jeder Zeit in neuem Glanz erstrahlt. Damit die Uhr stets in voller Blüte steht, wird die Auswahl der Pflanzen sorgfältig geplant und kontinuierlich gepflegt. Allein der Sekundenzeiger misst stolze 2,5 m. Damit ist er der längste Sekundenzeiger der Welt.
Am 12. September 1814 trat Genf der Helvetischen Konföderation bei. Zum 50. Jahrestag dieses Ereignisses wurde eine Bronzestatue von Robert Dorer errichtet. Sie zeigt zwei junge Frauen, die stolz mit Schild und Schwert auf ihrem Sockel thronen und über den Genfersee gen Schweiz blicken. Die Frau mit der gezackten Kopfbedeckung symbolisiert die Republik Genf, die Frau mit dem Schild stellt die Helvetia dar, allegorisch für die Schweiz.
Zusätzlich bietet der Park einen der wohl schönsten Spazierwege entlang des Ufers des Genfersees.



Ermitage Arlesheim BL - Der größte Landschaftsgarten der Schweiz seit über 240 Jahren
Die Ermitage in Arlesheim, nur wenige Minuten südlich der Stadt Basel, blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Bereits im Jahr 1785 wurden der Landschaftsgarten und das Schloss Birseck errichtet. Schon kurz nach ihrer Eröffnung zog die Ermitage zahlreiche Gäste aus ganz Europa und sogar aus Russland an, wie Gästebücher aus dem späten 18. Jahrhundert belegen.
Kurz vor dem Ende der Französischen Revolution wurde die Ermitage jedoch zerstört. Das Schloss und weite Teile des prachtvollen Gartens fielen den Wirren der Zeit zum Opfer und wurden nahezu vollständig vernichtet. Doch bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden erste Bemühungen unternommen, dem Schloss und dem Garten wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Stück für Stück wandelte sich dabei auch das Besucherprofil von wohlhabenden Reisenden hin zu einem überwiegend bürgerlichen Publikum. Bis ins späte 20. Jahrhundert befanden sich Schloss und Garten in Privatbesitz, heute gehören sie der Stiftung Ermitage Arlesheim und Schloss Birseck. Diese setzt sich dafür ein, die romantischen Bauten und die weitläufige Gartenanlage für alle zugänglich zu machen und die Schönheit der Landschaft langfristig zu erhalten. Seit 1999 stehen sowohl die Ermitage als auch das Schloss Birseck unter Denkmalschutz und sind zugleich als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Besonders empfehlenswert ist eine geführte Tour, bei der sich die schönsten Ecken und die bewegte Geschichte dieses einzigartigen Landschaftsparks entdecken lassen. Auch Kinder kommen voll auf ihre Kosten. Ein Rätselführer lädt dazu ein, den Park spielerisch zu erkunden und dabei spannende Geschichten zu entdecken.




