Das Edelweiss – klein, unscheinbar, doch unheimlich schweizerisch

Veröffentlicht von Joelina


Hoch oben in den steinigen Alpen, wo der Wind über die Felsen fegt und der Boden auch im Sommer karg bleibt, wächst eine der mystischsten Blumen Europas: das Edelweiss. Obwohl es in der Schweiz im - Gegensatz zur Geranie - wesentlich seltener zu sehen ist, gilt das Edelweiss praktisch als Nationalblume, die von Tourismusverbänden, Fluglinien und Firmen als Erkennungszeichen und modisches Accessoir verwendet wird. In natura wirkt es recht unscheinbar. Kleine, sternförmig angeordnete «Blüten», überzogen von einem silbrig-weißen Filz. Doch gerade diese zarte Erscheinung verbirgt eine erstaunliche Widerstandskraft. Zwischen Felsspalten, in Höhenlagen, in denen viele Pflanzen längst aufgegeben haben, trotzt das Edelweiß der Kälte, der Sonne und dem Sturm.

 

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Eine seltene Schönheit in Gefahr

Seit Jahrhunderten übt dieses Staudengewächs eine besondere Faszination auf Menschen aus. Bergsteiger, Hirten und Abenteurer erzählten sich Geschichten über mutige Männer, die gefährliche Steilhänge bestiegen, um ihrer Herzensdame ein Edelweiss zu pflücken, als Zeichen von Tapferkeit und Hingabe. So wurde die Pflanze nicht nur zu einem botanischen Wunder der Hochgebirge, sondern auch zu einem Symbol für Mut und Treue. Während der Weltkriege trugen viele Gebirgssoldaten das Edelweiss als Glücksbringer.

Das Edelweiss wächst ab höhen von 2000 bis 3000 m ü. M.. Wer ein solches Geschenk machen wollte, musste also zuerst einen Berg erklimmen und auf einen möglichst kalkhaltigen Boden hoffen, wo sonst fast keine andere Blume wächst. Edelweiss gab es in den Alpen bis ins 19. Jahrhundert zu genüge in den Bergen. Doch mit wachsendem Tourismus zum Ende des 19. Jahrhunderts in der Schweiz wurde die Blume immer seltener. Ihre Symbolwirkung eilte ihr voraus und wurde zugleich zur größten Gefahr für ihr Überleben. Als Folge steht das Edelweiss heute unter strengem Schutz. Es zu pflücken ist strengstens untersagt.


Das charakteristische Aussehen des Edelweiss' bilden seine 5 bis 15 sternförmig angeordneten, filzigen, weißen Hochblätter und – streng genommen – hunderte Blüten. 2-12 Dolden mit bis zu 500 kleinen gelblichen Einzelblüten in der Mitte der Blume bilden den eigentlichen Blütenstand. Die Blüten mit den Hochblättern werden etwa 8 cm groß, teilweise lassen sich jedoch auch 12 cm große Exemplare finden – diese heißen dann «Edelweisskönige».

Wer das Edelweiss in seiner vollen Pracht sehen möchte, ohne dafür in den Bergen auf Suche gehen zu müssen oder gegen das Naturschutzgesetz zu verstoßen, der kann die Sterne der Berge auch gut im eigenen Garten kultivieren. Besonders wohl fühlt sich das Edelweiss in Steingärten. Es gedeiht jedoch auch in einem Topf. In einer Gruppe von 3 bis 5 Pflanzen wirkt das Alpen-Edelweiss am strahlendsten und wächst über die Zeit zu dichten Polstern zusammen.


Ein Stück Himmel auf Erden – Legenden um das Edelweiss

Das Berg Edelweiss begeistert Menschen – Heute sowie damals. Entsprechend ist die schöne Blume sagenumwoben.

Die Legende vom gefallenen Stern
So erzählte man sich, dass das Edelweiss ein vom Himmel gefallener Stern sei. Überall dort, wo ein Stern auf die Erde fiel, begann ein Edelweiss zu sprießen. Diese Legende entsprang wahrscheinlich dem optischen Erscheinungsbild des Edelweiss. Die weißen, sternförmig angeordneten Hochblätter und die gelben Blüten erinnern tatsächlich etwas an einen Stern.

Die Legende von der Eisjungfrau
Oben in den höchsten lagen der Alpen, wo es nurnoch Felsen und Gletscher zu finden sind, wohnte – so wurde es erzählt – einst eine Jungfrau. Ihr Herz schmerzte vor Liebeskummer, so sehr, dass es zu Eis gefroren war. Zahlreiche mutige junge Männer bemühten sich, diesen Berg zu besteigen. Doch kurz vor dem Ziel stürzten sie ab, in die Tiefen, in ihren Tod. Das Herz der Eisjungfrau schmolz vor Mitgefühl. Aus jeder Träne, die sie vergoss, wuchs eine Edelweissblume.

Heute steht das geschützte Alpen-Edelweiss eng in Verbindung mit der alpinen Kultur und ist beispielsweise das Logo des Deutschen Alpenvereins und der BergwachtDas Edelweiss ziert heute Trachtenmode, Untersetzer, Gürtelschnallen und viele weitere Produkte.

Malerei am Gasthaus Alpenrose, Wasserauen AIDas Edelweiss – ein botanisches Wunderkind

Die so zierlich wirkende Alpenblume ist erstaunlich robust und widerstandsfähig. In den Alpen sieht sie sich einigen Strapazen ausgesetzt. Neben dem kalkhaltigen Boden, welcher nicht jeder Pflanze bekommt, sind sie durch den Wind und Schnee auch mechanisch stark belastet. Dazu kommt die Trockenheit und die hohe UV-Strahlung in den Höhen.

Die filzigen Haare der Hochblätter verschaffen ihnen hier Abhilfe. Zwischen den Haaren entsteht ein unbewegter Luftmantel, der die Verdunstung vermindert und hilft so Trockenheit und Wind zu widerstehen. Auch gegen die UV-Strahlung helfen die Haare. Die Haare des Edelweiss sind parallel angeordnet und haben einen Durchmesser von 0,18 Mikrometern – das entspricht etwa der Wellenlänge der UV-Strahlung. Jedes dieser Haare ist mit einer Rillenstruktur versehen, welche die UV-Strahlen umleiten kann. Die UV-Strahlung wandert der Länge nach durch die Härchen und wird dabei absorbiert, bevor sie die Zellen erreicht. Doch die Haare dienen noch einem weiteren Zweck. Die Verbreitung der Pollen des Edelweiss funktioniert ähnlich wie bei anderen Blumen über Insekten. Diese werden von den auffällig weiß-schimmernden Scheinblüten, den filzigen Hochblättern, angelockt. Der glänzende Effekt kommt dadurch zustande, dass sich zwischen den Haaren Luftbläschen halten, welche das Licht reflektieren.


Edelweiss – fest verankert in der Heilkunde

Dem Edelweiss werden die verschiedensten gesundheitsfördernden Wirkungen zugeschrieben. In der Volksmedizin wurde ihm lange eine Rolle beim Schutz vor bösen Geistern und Unheil zugeschrieben. In der Alpenheilkunde wurde das Kraut auch gegen Bauchschmerzen, Bronchitis sowie Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Doch auch physisch hat das Edelweiss eine heilende Wirkung. Es enthält viele sekundäre Pflanzenstoffe, wie etwa Flavonoide, Phenolsäure und Leonopodinsäure. Diese wirken sich positiv auf unsere Haut aus. Sekundäre Pflanzenstoffe bieten einen Schutz vor Oxidation und schützen unsere Haut somit vor hoch reaktive freien radikalen sowie UV-Strahlen und weiteren Umweltbelastungen. Zusätzliche unterstützt es die Hautelastizität, was essentiell für eine jung wirkende Haut ist. Auch für sensible und gerötete Haut eignen sich Pflegeprodukte mit Edelweiss, da sie sensible Haut schützen und gerötete Haut beruhigen können.

Wichtig bei solchen Pflegeprodukten ist der nachhaltige Anbau der geschützten Edelweiss – so wie es Puralpina macht. Die Blumen werden nicht in freier Natur gepflückt, sondern gezielt von der Stiftung «Bad Heustrich» im Berner Oberland für die Pflegeprodukte von Puralpina kultiviert und vorsichtig von Hand geerntet und getrocknet. Die Stiftung stellt Jugendliche und Erwachsene mit Lernschwierigkeiten oder geistigen Beeinträchtigungen ein, bietet ihnen Arbeit und eine Ausbildung sowie ein geschütztes Zuhause. Gutes für die Haut und gutes für die Gesellschaft in einem. Bei Puralpina in Frutigen werden die Edelweiss schließlich zu Handbalsam, Fußbalsam und in vielen weiteren Produkten verarbeitet.

© Puralpina


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