Thurgau

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Thurgau – Der Kanton Äpfel und Obstbäume

Der deutschsprachige Kanton Thurgau (schweizerdeutsch 'Tùùrgi' oder 'Tùùrgau', französisch 'Thurgovie', italienisch 'Turgovia' und rätoromanisch 'Turgovia') befindet sich im Nordosten der Schweiz. Der Name des Kantons ist vom Fluss Thur entlehnt, der den Kanton von Südosten aus bis in den Nordwesten durchquert. Weiter westlich fließt die Thur bis in den Zürcher Bezirk Andelfingen, wo sie in den Rhein mündet.

Insbesondere die Regionen rund um die südlichen Ufer des Bodensees bilden einen magischen Anziehungspunkt für Naturliebhaber, Wanderer, Radfahrer und Campingurlauber. Denn an kaum einen anderen Ort kommen sich die Berggipfel der Schweiz und das glänzende Blau des Bodensee so nahe. Beides nur getrennt durch die idyllischen Hügellandschaften des Thurgau, die gerade im Frühling zur Apfelbaumblüte, das Panorama in ein rosafarbenes Blütenmeer verwandelt. Hauptort des Kantons ist die Stadt Frauenfeld.

Landschaft des Thurgau

Geografisch grenzt Thurgau im Norden an das deutsche Bundesland Baden-Württemberg sowie den Schweizer Kanton Schaffhausen. Weiter südlich verlaufen die Kantonsgrenzen zu St. Gallen sowie Zürich. Der höchste Punkt des Kantons befindet sich in der etwas unterhalb der Berggipfel des Berges Grat liegenden Gemeinde Fischingen mit einer Höhe von 991 Metern über dem Meeresspiegel. Damit ist Thurgau im Vergleich zu den anderen Schweizer Kantonen durch eine eher relativ ebene Hügellandschaft geprägt. Nicht verwunderlich also, dass gut 61 % der kantonalen Grundfläche für die Landschaft genutzt werden. Auf 1600 Hektar werden hier Obstkulturen angebaut. Mit mehr als 210.000 Hochstamm-Apfelbäumen verteilt auf Streuobstwiesen sowie entlang von Rad- und Wanderwegen ist der Apfel eines der landwirtschaftlichen Haupterzeugnisse des Kantons. Damit zählt der Thurgau, neben dem Wallis sowie dem Kanton Waadt, zu den größten Apfelanbaugebieten der Schweiz. Insgesamt werden mehr als 140.000 Tonnen Äpfel pro Jahr in den drei Kantonen produziert.

Die Landschaft des Thurgau ist geprägt durch sattgrüne Wiesen und Hügelpanoramen, die sich bis zu den Füßen der weit entlegenen Berge erstrecken. Abgerundet werden die beeindruckenden Weitblicke durch die Ausläufer des Bodensees im Süden. Dort befindet sich auch der insgesamt längste Badestrand der Schweiz.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Aufgrund seiner vergleichsweise ebenen Landschaft ist der Kanton Thurgau ein besonders beliebtes Ausflugsziel für Radfahrer, Inlineskater aber auch Wanderer. Insgesamt finden sich im Kanton über 900 km Radwege sowie 1000 km gut ausgeschilderte Wanderwege. Darunter beliebte Themenwanderungen, wie der Apfelweg Altnau, der Weinweg Weinfelden oder auch der Thurgauer Wanderweg. Aber auch die Freunde des Inlineskating kommen mit insgesamt 150 km Inlineskate-Routen nicht zu kurz. Wer sich im Sommer gerne an Badestränden vor beeindruckenden Naturlandschaften bräunt, darf sich im Thurgau auf 62 km Uferlinie am Bodensee und einen der längsten Badestrände der Schweiz freuen. Daher steht der Norden Thurgaus auch gerade bei Wassersportfreunden sowie Campingliebhaber sehr hoch im Kurs. Der Kanton hat aber auch historisch und kulturell viel zu bieten. Alte Pfahlbauten und historisch gut erhaltene Römerkastelle sowie mittelalterliche Kapellen und Klöster laden zu Entdeckungsreisen quer durch den Kanton ein.

Zu den berühmten Sehenswürdigkeiten des Kantons zählen u. a. das im 16. Jahrhundert erbaute Schloss Arenenberg, welches sowohl der Königin von Holland, Hortense de Beauharnais (* 1783 in Paris; † 1837 in Schloss Arenenberg) als auch ihrem Sohn, Napoleon III. (* 1808 in Paris; † 1873), als Wohnsitz diente. Das Schloss Arenenberg ist mittlerweile besser als das Napoleonmuseum bekannt und bietet mit seiner fast vollständigen Originalmöblierung einen tiefen Einblick in das Leben des ehemaligen französischen Kaisers. Auch der nicht weit entfernte, einstmals 21 Meter hohe Aussichtsturm, der Napoleonturm Hohenrain, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Ursprünglich befand sich auf der unteren Plattform eine Tanzfläche, die mittlere beherbergte sogar ein Restaurant und auf der oberen Aussichtsplattform soll einst ein Fernrohr installiert gewesen sein. Der angeblich auf Geheiß Napoleons errichtete Turm wurde 1855 aufgrund starker Verwitterung abgerissen. Heute befindet sich an der Stelle ein aus Holz errichteter 40 Meter hoher Turm. Der höchste Aussichtspunkt auf 36 Meter Höhe ist über 208 Treppenstufen zu erreichen und bietet einmalige Panoramablicke vom Bodensee über den Säntis bis hin zum weit entlegenen Eiger.

Ein Stück Geschichte der Schweiz direkt erleben können Sie bei einer Übernachtung in Kartause Ittingen. Dieses zu einem Hotel umfunktionierte ehemalige Kartäuserkloster wurde im Stil seiner Entstehungszeit authentisch restauriert. Umschlossen von den alten Klostermauern befindet sich neben dem Kunstmuseum Thurgau und dem Ittinger Museum auch das Restaurant 'Mühle' mit Gartenwirtschaft, eine Gärtnerei, eine Käserei, eine Metzgerei sowie eine Holzofenbäckerei.

Ebenfalls ein Stück sehenswerte Zeitgeschichte ist die barocke Klosterkirche St. Ulrich und St. Afra in Kreuzlingen. Das ehemalige Kloster wurde 1125 errichtet. 1848 wurde das Kloster aufgehoben. Einzig die prunkvoll eingerichtete Klosterkirche ist erhalten geblieben.

Auch der Hauptort des Kantons, die Stadt Frauenfeld, bietet Schweiz- und Städtereisenden diverse Attraktionen. Eine erste Nennung der Stadt Frauenfeld erfolgte in einer Urkunde aus dem Jahr 1246 im Namen des Ritters B. von Vrowinvelt. Die Stadt besteht aus acht Quartieren, die wiederum in die Altstadt und obere Vorstadt aufgeteilt sind. Insbesondere die verkehrsberuhigte Altstadt mit ihren vielen, noch aus dem 18. Jahrhundert stammenden Geschäftshäusern strahlt eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Oberhalb der Murg, einem Zufluss in die Thur thronen das Schloss Frauenfeld sowie das Rathaus und bieten einen weitläufigen Ausblick über die Altstadt von Frauenfeld. Im Schloss Frauenfeld befindet sich das 'Historische Museum Thurgau' und gewährt einen tiefen Einblick in die letzten 800 Jahre Geschichte der Schweiz. Die Dauerstellung im Schlossmuseum ist ganz dem Mittelalter gewidmet. Ein besonderes Highlight sind die in regelmäßigen Abständen stattfindenden Mittelaltertage, bei denen die Lebensweise der Schweizer im Mittelalter vor der historischen Kulisse des Schloss Frauenfeld durch Darsteller inszeniert.

Auch die Innenstadt von Frauenfeld wartet mit imposanten Bauwerken, wie die 'Baliere' am Kreuzplatz oder dem Bernerhaus am Bankplatz auf. In Frauenfeld befinden sich zudem diverse Museen, wie das 'Historische Museum' und das 'Naturmuseum'. Letzteres wurde 2012 für den 'Europäischen Museumspreis' nominiert. Zudem befindet sich auch das kantonale 'Museum für Archäologie' sowie die 'Kantonsbibliothek' im Hauptort.

Neben historischen Sehenswürdigkeiten hat die Stadt Frauenfeld auch kulturell sehr viel zu bieten. Zu den zentralen Kulturinstitutionen zählen u. a. die 'Kulturbeiz KAFF', die 'Theaterwerkstatt Gleis 5', das 'Stadtcasino' oder auch die 'Festhalle Rüegerholz'. Das für den Hauptort zentrale Kulturereignis ist das 'Openair Frauenfeld'. Ein seit 1985 regelmäßig stattfindendes Festival, dass mittlerweile zum größten Hip-Hop-Open-Air Festival Europas avanciert ist. Hinzu kommt das jährlich zelebrierte Blues Festival. Alle zwei Jahre findet in Frauenfeld zudem das internationale Jazztreffen 'Generations' sowie die Vergabe des Frauenfelder Jugendkulturpreises statt.

Traditionen und Brauchtum im Thurgau

Aufgrund seiner Geschichte sowie Geografie zeichnet sich der Kanton Thurgau durch eine gewisse Heterogenität aus. Ein Beispiel hierfür ist die sogenannte 'Beggeli-Grenze'. Diese mittig von Süden nach Norden durch den Kanton verlaufende Grenze äußert sich allein in der unterschiedlichen Aussprache bestimmter Wörter. Während im Osten die Verwendung des 'Doppel-G' bei der Aussprache bestimmter Wörter, wie bspw. 'Beggeli' oder 'Agger' dominiert, wird in der westlichen Hälfte des Kantons das 'CK' bevorzugt, wie es bspw. bei der Aussprache von 'Beckeli' und 'Acker' der Fall ist.

Neben diesen innerkantonalen Sprachunterschieden wird im Thurgau, dass seit der Reformation bestehende 'Simultaneum' gepflegt. Dieses besteht im paritätischen und damit weitestgehend gleichberechtigten Nebeneinander der beiden großen christlichen Konfessionen, sodass sowohl Protestanten als auch Katholiken nicht selten die gleichen Kirchen sowie dieselben Friedhöfe nutzen.

Ein besonderer kultureller Stellenwert kommt dem auch heute noch zelebrierten 'Thurgauer Lied' bzw. der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Kantonshymne zu. Dieses wird auch heute noch bei so gut wie allen öffentlichen Anlässen angestimmt und sogar auf Wunsch der Zuhörerschaft von Zeit zu Zeit im Radio gesendet.

Ähnlich, wie auch in den anderen Kantonen der Schweiz, werden auch im Thurgau die in Teilen jeweils lokal abweichenden Fasnachtsbrauchtümer als lebendes kulturelles Erbe gepflegt. Hierzu gehört u. a. die 'Groppenfasnacht', der 'Bechtelistag' in Frauenfeld, die 'Bochselnacht' in Weinfelden sowie viele weitere lokale Lichter-, Funken-, Fasnachts- sowie Winterbräuche.

Das 'Flossrennen' auf der Sitter und der Thur ist eine der beliebtesten Frühlingsbrauchtümer im Thurgau, welches jährlich auch unzählige Besucher aus der ganzen Schweiz anzieht. Hierbei handelt es sich jedoch nicht wirklich um ein Floßrennen im eigentlichen Sinn. Einzig in der Rennklasse kommt es tatsächlich auf Schnelligkeit an. In den anderen Klassen geht es vielmehr darum, mit den thematisch gestalteten Flößen durch Originalität zu punkten.

Eines der größten Ereignisse im Sommer ist das seit circa 60 Jahren zelebrierte 'Seenachtfest Fantastical', bzw. das Konstanzer Seenachtsfest. Dieses länderübergreifende Fest findet regelmäßig am zweiten August-Wochenende statt. Es handelt sich um das insgesamt größte Volksfest in der Bodenseeregion, dessen krönender Abschluss das insgesamt größte Seefeuerwerk Europas bildet. Länderübergreifend ist diese Veranstaltung, da das Fest seit 1949 zeitgleich in der deutschen Stadt Konstanz sowie der Schweizer Stadt Kreuzlingen gefeiert wird. Beide Städte organisieren ihre Feuerwerke jedoch vollkommen eigenständig.

Eine weitere Besonderheit im Thurgau ist die im Winter zelebrierte Eisprozession von Münsterlingen über den Bodensee bis nach Hagnau. Das zentrale Ereignis dieses Brauchtums ist der 'Seegfrörni'. Hierbei wird eine hölzerne Büste des Evangelisten Johannes über die zugefrorene Eisdecke des Bodensees getragen. Der 'Seegfrörni' erfolgt pro Jahr jedoch stets nur in eine Richtung, d. h. entweder von Münsterlingen nach Hagnau oder umgekehrt. Erst im Folgejahr wird die Büste wieder zurückgetragen. Da der Bodensee zuletzt 1963 zugefroren war, steht die Büste in der Pfarrkirche des ehemaligen Benediktinerklosters in Münsterlingen und wartet seither auf den nächsten kalten Winter, der die Rückkehr nach Hagnau ermöglicht.

Thurgauer Spezialitäten

Für lange Zeit wurde den besonderen Eigenheiten der Thurgauer Küche nur wenig Beachtung geschenkt. Dies hat sich mit der Veröffentlichung des ersten Thurgauer Kochbuchs 'Thurgauer Choscht' 1987 geändert. Seither ist nicht zu leugnen, dass der Kanton der Äpfel, gelegentlich auch 'Mostindien' genannt, eine regionalspezifische Küche vorweisen kann. Gleichfalls nicht verwunderlich, dass dem Apfel in der Thurgauer Küche eine besondere Stellung zu kommt. So auch im Thurgauer Sauerbraten. Dieser wird im Thurgau entgegen den meisten herkömmlichen Zubereitungsarten nicht in Rotwein, sondern in Apfelwein, Apfelsaft oder auch in Apfelessig eingelegt. Ähnlich dem auch die Thurgauer Kutteln, die mit Apfelwein abgelöscht werden und hierdurch ihren unverkennbaren Geschmack erhalten. Auch bei der Salatzubereitung, ob als Hauptspeise im Sommer oder als Beilage zu einem Hauptgericht, werden im Thurgau oftmals mit Apfelbeigaben verfeinert und das Dressing nicht selten mit Most oder Apfelessig abgeschmeckt.

Nicht anders beim Mostindien-Steak. Hierbei handelt es sich um ein Schweinesteak gehüllt im Blätterteig mit einer Apfelfüllung. Ähnlich dem auch das mostindische Poulet (Hähnchen), das mit geriebenen Äpfeln gefüllt wird und durch die Marinade aus Apfelbranntwein und Birnendicksaft abgerundet wird. Einige Lokalitäten in Thurgau bieten auch Thurgauer Rösti an. Dies sind Rösti, die zusätzlich mit Bonapartekäse und Apfelscheiben überbacken werden.

Der Apfel hat im Thurgau auch seinen Weg in die Zubereitung von Suppen gefunden. So ist neben der Rieslingsuppe auch die Apfelsuppe oder die Mostsuppe eine typische Thurgauer Spezialität.

Was im Thurgau bei der Zubereitung eines zünftigen Hauptgerichts nicht fehlen darf, wird auch zur Verfeinerung beliebter Süßspeisen und Dessert verwendet. Denn schließlich stammt fast jeder dritte Apfel, der in Schweiz geerntet wird, aus dem Ostschweizer Kanton Thurgau. Nicht verwunderlich, dass die berühmte Thurgauer Süßmostcreme dort zumeist auch mit Apfelmost zubereitet wird.

Ebenfalls eine Süßspeise von Ruhm ist die Arenenberger Apfeltorte. In der Regel wird diese gestützt gebacken, sodass die Füllung der Torte unten liegt und die Äpfel im Ofen karamellisieren.

Die selbst weit über die Grenzen des Kantons hinaus beliebten Thurgauerli, auch Thurgauer Möckli genannt, kommen hingegen ganz ohne Zugaben Äpfeln aus. Diese süßen Schokoladenquadrate sind mit einer zwischen Mürbeteiglagen geschichteten Haselnuss-Pralinencreme gefüllt.

Aus dem Thurgau stammen auch die weltberühmten Gottlieber Hüppen. Diese Thurgauer Spezialität soll bereits Napoleon III. begeistert haben und wird von der Marke Gottlieber seit mehr als 100 Jahren nach altem Traditionsrezept hergestellt. Ursprünglich nur mit einer zarten Pralinémasse gefüllt, sind Gottlieber Hüppen heute in einer Vielzahl verschiedener Variationen erhältlich.

Der Kanton Thurgau ist neben seinen vielen Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Spezialitäten auch für die Herstellung ausgezeichneter Weine sowie seinem berühmten Süßmost bekannt. Aber auch Apfelweine, Frucht- und vor allem Apfelschorlen werden aus dem Thurgau sowohl in die angrenzenden Kantone als auch weit über die Grenzen der Schweizer Eidgenossenschaft hinaus exportiert.

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